Ricarda-Huch-Schule
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Singen für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine macht uns sprachlos. That`s why we sing.

Ein Abend rund ums Singen. Seid dabei, lasst euch von unseren Songs und Liedern berühren und mitnehmen.

Die Einnahmen kommen den Menschen in der Ukraine zugute.

Es freuen sich auf euch:
die Songbirds, die Young Voices, alle beteiligten Musiker*innen und Regine Marie Wilke.

(Verfasserin: Regine Marie Wilke, Juni 2022)

Hessische Schüler*innen begeistern mit anschaulichen Präsentationen aus dem MINT-Bereich beim Länderfinale von „Jugend präsentiert“ an der Ricarda-Huch-Schule

Abschlussfoto der hessischen Landesieger*innen des Präsentationswettbewerbs von Jugend präsentiert mit Prof. Dr. Alexander Lorz (Mitte), dem Projektleiter Christian Kleinert (links) und der Landeskoordinatorin Lena Kunkel (rechts)
Foto: Rainer Tyszkiewicz

Dreieich, 14. Mai 2022: Beim diesjährigen Präsentationswettbewerb des Bildungsprojekts „Jugend präsentiert"  haben sich mehr als 6.000 Schüler*innen bundesweit und aus deutschen Auslandsschulen beteiligt. Dieser Wettbewerb kürt jährlich die besten naturwissenschaftlich-mathematischen Präsentationen. Zudem gewinnen die Landessieger*innen die Teilnahme an einer Präsentationsakademie, einem intensiven Präsentationstraining mit professionellen Rhetoriktrainer*innen der Forschungsstelle Präsentationskompetenz der Universität Tübingen. Insgesamt hatten sich 450 Schüler*innen für die acht Länderfinale qualifiziert.

Das Länderfinale in Hessen fand in diesem Jahr zum ersten Mal in Präsenz an der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich statt. „Es freut mich wirklich sehr, dass Hessen in diesem Jahr mit 1366 Einreichungen das beteiligungsstärkste Bundesland darstellt und „Jugend präsentiert" in die hessische Schullandschaft mehr und mehr implementiert wird.", konstatiert Lena Kunkel, die hessische Landeskoordinatorin und Lehrerin an der Ricarda-Huch-Schule.

Aus Hessen ziehen 28 Schülerinnen und Schüler in das Bundesfinale ein, das im September in Berlin stattfindet. Über die vielen Bewerbungen aus Hessen freute sich auch der hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz. Während seines Grußwortes beim Länderfinale lobte er die Ausrichtung des Wettbewerbs: Den Fokus auf MINT-Themen und die Möglichkeit für Schüler*innen zu erlernen, solche teils komplexen Themen präsentieren zu können.

Musikalisch untermalt wurde die Preisverleihung durch das EXTRA-Ensemble mit ihrem professionellem Tangoprogramm unter der Leitung von Anna Sprenger. Außerdem fand eine Mini-MINT-Messe statt, bei der die Teilnehmenden verschiedene Messestände besuchen konnten: So präsentierte beispielsweise die Lego-AG unter der Leitung von Daniel Kiok ihre selbst programmierten Roboter und die NAWI-AG von Thomas Anlauf lud zu zahlreichen spannenden physikalischen Experimenten ein.

Schlüssig und anschaulich ein MINT-Thema präsentieren

Die besondere Herausforderung für die Teilnehmenden bestand darin, das eigens gewählte Präsentationsthema in sechs Minuten mit ausschließlich digitalen Medien zu präsentieren. Die Schüler*innen hielten ihre Präsentationen live vor einer Jury aus Lehrkräften sowie Rhetorik-Expert*innen. Dabei sollte die Präsentation eine naturwissenschaftlich-mathematische Fragestellung schlüssig und anschaulich beantworten.

Um sich für ein Länderfinale zu qualifizieren, hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst ein Video ihrer Präsentation oder ein Erklärvideo eingereicht. Daneben gab es die Möglichkeit, sich über einen Schulwettbewerb zu qualifizieren, den die Schulen individuell durchführen können. Im gesamten Wettbewerb kommt eine Jury zum Einsatz, die aus Rhetoriktrainer*innen, Lehrkräften, Alumni des Wettbewerbs sowie Wissenschaftler*innen besteht. Sie bewertet die Präsentationen nach der Art der Darstellung, also etwa dem Einsatz von Körpersprache und Stimme oder ob die Gestaltung der Präsentationsfolien dem Thema und den Adressaten angemessen ist. Zudem ist die sachliche Richtigkeit in der Darstellung des Themas ein wichtiges Kriterium.

Präsentations-Coachings für die Landessiegerinnen und Landessieger

„Wir freuen uns sehr, dass wir endlich nach zwei Jahren unsere acht Länderfinale 2022 erstmals zu großen Teilen in Präsenz umsetzen können“, erklärt Christian Kleinert, der das Projekt „Jugend präsentiert” leitet. Neu sei laut Kleinert auch, dass die Teilnehmenden bereits auf Landesebene in Form von individuellen Coachings die Möglichkeit erhalten, ihre Präsentationsfähigkeiten auszubauen. „Dadurch haben noch mehr Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich in ihrem Können zu beweisen und wertvolle Erfahrungen im Bereich Präsentationskompetenz zu sammeln”, erklärt er weiter. Die Coachings werden ebenfalls von Rhetorikexpert*innen der Universität Tübingen durchgeführt.

Neben Präsentationen in Präsenz hat mit der Corona-Pandemie die Online-Präsentation Raum im Wettbewerbsverlauf gewonnen. Die Schüler*innen werden daher bei den Coachings auch gezielt darin geschult, den kommunikativen Herausforderungen einer Online-Präsentation zu begegnen, etwa der veränderten Beziehung zum Publikum oder der Situation der Körpersprache.

Um auch das Interesse an naturwissenschaftlich-mathematischen Themen zu fördern, erhalten die Teilnehmenden im Verlauf des Wettbewerbs immer wieder Einblicke in die Forschung des MINT-Bereichs. Beim Länderfinale in Dreieich hielt Dr. Kathrin Göbel von der FAIR GmbH eine Keynote zum Thema „Wie und wo entstehen Sauerstoff und Kohlenstoff im Weltall?“, in der sie den Teilnehmenden einen anschaulichen Eindruck ihrer wissenschaftlichen Arbeit am neu gebauten Teilchenbeschleuniger in Darmstadt vermittelte.

(Verfasserin: Lena Kunkel, Mai 2022)

How to do a perfect pitch

Teilnehmer:innen des Biologie-Leistungskurs der Ricarda-Huch-Schule „How to do a perfect pitch“. Personen v.l.n.r.: Moritz Knabe (Präsentator), Leon Stapp, Julia Schäfer, Carla Jackisch, Dorothea von Harder, Paula Schröder, Xenia Kindt, Paulina Schedlinski, Jasmin Habte, Carina Wobbe, Chiara Marschke, Alice Lindner, Ahmed Okur, Haris Shakoor, Sophia Fuchs, Maja Schoß, Ebru Gök, Philipp Scheffler, Waqas Khokhar

„For someone who doesn´t know the habor, he wants to sail in, no wind is the right one“ (Seneca)

Oder „Wie kann ich junge Menschen auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft im Rahmen von Schule unterstützen?“

Dreieich, 28.04.2022. Im Biologie-Tutorium der Q2 der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich-Sprendlingen sitzen 19 Schüler:innen auf dem Weg zum Abitur. Ein Weg, der bedingt durch die Corona-Pandemie, nicht immer leicht war und viele Stolpersteine gelegt hat.

„Wie kann neben der Vermittlung fachlicher Inhalte diesen jungen Menschen eine Perspektive eröffnet werden, ihre eigene Zukunft und damit auch ihren beruflichen Werdegang selbstbestimmt gestalten zu können und dabei gleichzeitig die Teamfähigkeit innerhalb dieses Kurses zu fördern“, fragt sich die Lehrerin des Biologie-Tutoriums Frau Gerbig-Groß.

Im Rahmen des Projekts Löwenstark des Hessischen Kultusministeriums haben die 19 Schüler:innen an einem Coaching zu „How to do the perfect pitch“ teilgenommen.

Unterstützt wurden sie dabei in besonderem Maße bei der Umsetzung dieses Projekts durch den Schulleiter der Ricarda-Huch-Schule, Herrn Lampert. 

Durchgeführt wurde der das Coaching „How to do a perfect pitch“ von Moritz Knabe, selbständiger Partnerunternehmer der Firma Horbach Wirtschaftsberatung GmbH, Gründer mehrere Start-Ups in der Musikbranche (Wefor GmbH / BYB Agency) & Dozent für Unternehmertum an Business Schools, wie der DHBW Karlsruhe.

Hier greift Moritz Knabe auf ein sehr großes berufliches und fachliches Knowhow zurück und kann durch seine Kompetenz und sein Standing die Sprache der Jugendlichen zu 100 Prozent treffen.  „Es ist mir dabei eine besonderes Anliegen, den Schüler:innen zu erzählen, was ich zu meiner Zeit als Abiturient gerne gewusst hätte“, so Herr Knabe.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ (Hl. Augustinus)

Bei diesem Coaching zur Gestaltung der privaten und beruflichen Zukunft lernen die Schüler:innen der Q2, dass es neben der Stimme und des Inhaltes vor allem auf das Erscheinungsbild ankommt. Gemeinsam mit Herrn Knabe erarbeiten sie sich, dass es auch mal notwendig ist, die Komfortzone zu verlassen und die Panikzone zu betreten und diese dann durch das richtige Handeln auch wieder zu verlassen.

Dabei entdecken die Schüler:innen, für was sie wirklich brennen und was ihre ganz persönlichen Ziele auf dem Weg zum Erfolg sind.

Bei einem „Elevator Pitch“ haben die Schüler:innen vor der gesamten Gruppe Ihre Stärken präsentiert. Herr Knabe, der diesen Workshop auch für Führungskräfte großer Firmen anbietet, war von den Präsentationen der Lernenden zutiefst beeindruckt.

Basierend auf dem Harvard-Konzept erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam mit Herrn Knabe, was auf dem Weg zum Erfolg wirklich zählt.

Anschließend beschäftigten sich die Jugendlichen, wie sie am besten mit den unterschiedlichen Kommunikationstypen anhand des Farbenmodells verhandeln können und was eine gelungene Kommunikation ausmacht.

Abschließend beantworteten sich die Schüler:innen selbstständig, die von Herrn Knabe in den Raum gestellte Frage „Was ist dein Warum?“.

Im Feedback wurde sehr deutlich, wie viel die Schüler:innen bei diesem Workshop gelernt haben und was sie für ihre Zukunft mitnehmen können. So wollen die Schüler:innen verstärkt an ihren Stärken arbeiten oder auch mehr in ihre Zukunft durch eine bessere Bildung investieren. Beeindruckend war der Satz eines Schülers, der am Ende des Workshops das Fazit zog, dass sein ganz persönlicher Erfolg wichtig ist und dass es nicht der vermeintliche Erfolg ist, der von der Gesellschaft gewünscht wird.

(Verfasserin: Martina Gerbig-Groß, Mai 2022)

Spendenaktionen der Ricarda-Huch-Schule für die Kinder von Ivanychi

Diese Sachspenden hat die Schulgemeinde der Ricarda-Huch-Schule für die Menschen in der Ukraine gesammelt. Personen v.l.n.r.: Torsten Lampert (Schulleiter), Tom Genehr (Mittelstufensprecher), Jana Mattelat (Unterstützerin des Mittelstufensprecherteams), Emma Lührmann (Mittelstufensprecherin), Richard Chen (Schulsprecher), Leander Till (Schulsprecher), Lena Kunkel (Initiatorin dieser Spendenaktion an der RHS), Markus Boulanger (Vorstandsvorsitzender des Vereins Vergiss-Mein-Nicht)

Dreieich, 05.04.2022: Es ist erst fünf Monate her, dass die Schulgemeinde der Ricarda-Huch-Schule sechzig Weihnachtspäckchen für die Kinder aus Ivanychi gepackt hat. Diese wurden durch den Verein „Vergiss-Mein-Nicht" in die Ukraine gebracht und haben dort den Kindern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Jetzt herrscht in der Ukraine Krieg und die Kinder mit ihren Familien brauchen dringender denn je Hilfe: „Die Situation ist im Moment sehr schwierig. Unsere Freunde in Ivanychi haben große Angst. Bomben und Raketen sind dort direkt noch nicht niedergekommen, aber in ca. 30 km Entfernung. Und die Lage wird immer schlimmer.", so beschreibt der Vorstandsvorsitzende des Vereins „Vergiss-Mein-Nicht" Markus Boulanger die aktuelle Situation.

Unter seiner Leitung hat der Verein direkt vor Ort ein Kinder- und Jugendhaus aufgebaut. In enger Zusammenarbeit mit dem ins Leben gerufenen ukrainischen Wohltätigkeitsfonds „Nezabudka“ (zu Deutsch: Vergiss-Mein-Nicht) und den Kirchengemeinden vor Ort erhielten bisher sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein Mittagessen, konnten sich bei Bedarf neu einkleiden, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre Probleme sprechen und ganz praktische Lebenshilfe erfahren. Mittlerweile werden Sachspenden auch von Ivanychi weiter in den Osten transportiert. „Ivanychi und gerade auch unsere Sozialstation dienen als Umschlagplatz, so dass Hilfsgüter in die gesamte Ukraine kommen.", erklärt Boulanger.

Die Nächte des Ehrenamtsträgers bestehen momentan aus wenigen Stunden Schlaf, da er zahlreiche Versorgungstransporte in die Ukraine organisiert und durchführt: „Wir haben letzten Samstag einen großen 40 Tonner und einen 7,5 Tonner LKW direkt nach Ivanychi gefahren." Zudem hat er in der Gemeinde Erzhausen mit der Bürgermeisterin einen Krisenstab eingerichtet und dutzende Flüchtlinge abgeholt und für deren Unterbringung gesorgt.

Die Schulgemeinde der Ricarda-Huch-Schule hat sich dazu entschlossen, gerade in diesen schwierigen Zeiten weitere Spendenaktion für die Kinder aus Ivanychi durchzuführen. Auf die Frage, wie der Verein am besten unterstützt werden könnte, antwortete Boulanger: „Geldspenden sind gerade jetzt gut, aber auch Sachspenden - ganz besonders Lebensmittel. Wenn Sie in Ihrer Schule sammeln würden, würde ich die Sachen abholen. Egal wie viel. Wenn es eine LKW Ladung sein wird, komme ich mit einem LKW. Und wenn es nur eine Kofferraumladung wird, komme ich auch sehr gerne. Die Menschen in der Ukraine brauchen dringend unsere Unterstützung." 

Die SV (=Schülervertretung) der Ricarda-Huch-Schule war sich sofort einig, dass sie diese Spendenaktion für die Kinder von Ivanychi tatkräftig unterstützen möchte: „Wir wollen heute etwas dafür tun, dass die Welt morgen ein wenig besser aussieht", führte das Schulsprecher- und Mittelstufensprecherteam an. So startete eine große Spendenaktion, bei der sich zahlreiche Schüler*innen sowie deren Familien und Lehrkräfte beteiligten. Innerhalb einer Woche kam eine LKW-Ladung an Sachspenden zusammen, die nun von Herrn Boulanger in die Ukraine gefahren werden.

Außerdem startet am 3. Mai 2022 ein Sponsorenlauf für die gesamte Schulgemeinde, bei dem alle Schulmitglieder ihre konditionellen Stärken ausspielen und zu Gunsten der Ukraine für zwanzig Minuten läuferisch Spenden sammeln, die dann ebenfalls dem Verein „Vergiss-Mein-Nicht" überreicht werden. Bleibt zu hoffen, dass möglichst bald wieder friedlichere Zeiten anbrechen.

Ansprechpartnerin: Lena Kunkel (01632563992); fraukunkel@gmx.de

Weitere Informationen zu Ricarda-Huch-Schule: https://www.rhs-dreieich.de/gymnasium-des-kreises-offenbach/

Weitere Informationen zum Verein "Vergiss-Mein-Nicht": https://vergiss-mein-nicht.de

(Lena Kunkel, April 2022)

Die Songbirds

Mit dem Song-Klassiker „The lion sleeps tonight“ gehen die „Songbirds“ mit Schwung in den Frühling und freuen sich auf neue Mitsänger*innen!

https://youtu.be/QOAgJK5EjY4

 (Verfasserin: Marie Wilke, März 2022)

21. - 25. Februar 2022 - Landesjurywoche des 69. Europäischen Wettbewerbs an der Ricarda-Huch-Schule, Dreieich

Die hessische Kunstjury freut sich u?ber viele gut Arbeiten beim 69. Wettbewerb.

Nächster Halt: Nachhaltigkeit

Der 69. Europäische Wettbewerb 2022 fragt nach unserem ökologischen Fußabdruck in Europa: Was können Kinder und Jugendliche an ihren Schulen konkret für den Umweltschutz tun? Was macht eine Landwirtschaft aus, in der es Menschen, Tieren und Pflanzen gleichermaßen gut geht? Wie lassen sich Nahrungsmittel und andere Produkte so produzieren, dass möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden?  Was sollten wir in Zukunft in Europa anders machen?

Den gesamten Artikel gibt es bei Klick auf das Bild.

I'm a scientist- get me out of here

Schüler*innen fragen, Forscher*innen antworten: Wissenschaftskommunikation an der Ricarda-Huch-Schule

Ein Biologieleistungskurs hat am Projekt „I´m a scientist - get me out of here" teilgenommen und Fragen rund um das Thema Gesundheit durch Wissenschaftler*innen in einem Live-Chat beantwortet bekommen.

Den gesamten Artikel gibt es bei Klick auf das Logo.

Wenn einem durch den eigenen Vater Lebenszeit verloren geht…

Blick ins Publikum
Zeitzeugen 2021_Thomas Raufeisen beschreibt seine Ausbildung (Foto: M. Hausmann)
Thomas Raufeisen mit der angemalten Handgranate für den Sportunterricht

Thomas Raufeisen berichtet den Schülerinnen und Schülern der Q3 wie er durch den eigenen Vater in die DDR entführt wurde und die dortige Zeit als „verlorene Lebenszeit“ empfindet

Am 18. November 2021 nimmt Thomas Raufeisen die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs der Ricarda-Huch-Schule auf eine Reise mit in seine eigene, ganz persönliche Vergangenheit. Er berichtet, wie er in der Bundesrepublik Deutschland aufwächst und mit 16 Jahren durch den eigenen Vater 1979 unter einem Vorwand in die DDR entführt wurde. Dabei spannt er einen Spannungsbogen, in dem er auch immer wieder deutliche Vergleiche zwischen dem Leben in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zieht. Sein Vater muss die Bundesrepublik verlassen, da er als Spion für die Stasi in der Wirtschaft gearbeitet hat und durch die Flucht eines Stasi-Offiziers in den Westen drohte aufzufliegen. Daher nimmt sein Vater kurzerhand unter dem Vorwand, dass es dem Großvater von Thomas nicht gut gehe, die gesamte Familie und reist in die DDR. Erst vor Ort wird Thomas und seinem Bruder die Wahrheit des Reisegrundes mitgeteilt. Sein Bruder verweigert allerdings den Verbleib, da er bereits volljährig ist und das Glück hat, von der Familie seiner Freundin aufgenommen zu werden, und reist zurück nach Hannover. Thomas bleibt keine Wahl. Er muss mit seinen Eltern in Ostberlin verbleiben, darf dort sogar auf eine Oberschule gehen und lernt rasch die großen Unterschiede des Lebens zwischen West und Ost kennen. Er schließt die Schule jedoch nicht ab, erkennt rasch, dass er immer und überall „Außenseiter“ ist und passt sich ebensowenig an. Er beginnt eine Ausbildung. Versuche der Familie, eine Rückkehr in den Westen zu erreichen, scheitern. Selbst als Thomas erkennen muss, dass das DDR-Recht von Jugendlichen ab 14 Jahren das Einverständnis zur Einbürgerung verlangt, bringt ihn dies seinem Ziel der Rückkehr in den Westen nicht näher. Nach geraumer Zeit versucht die Familie sogar aus der DDR zu fliehen, was dazu führt, dass alle drei Familienmitglieder verhaftet und inhaftiert werden. Ein Freikauf durch den Westen findet nicht statt, sowohl Thomas Raufeisen als auch seine Mutter müssen die volle Haftzeit absitzen. Am Ende waren es sieben Jahre, weil er - wie er es selbst beschreibt - nach seiner Rückkehr in den Westen wieder neu ansetzen musste und ihm somit diese Jahre „verloren“ gingen. Er hätte diese Zeit gerne anders und umfassender als Lebenszeit nutzen wollen.

Die besondere Geschichte von Thomas Raufeisen fesselt die Schülerinnen und Schüler über den gesamten Zeitraum der Veranstaltung und der Zeitzeuge beantwortet offen und in sehr wohl überlegter Weise die Nachfragen, Rückfragen und Verständnisfragen der jungen Menschen und ist auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung noch bereit, einzelne Fragen zu beantworten.

Die Möglichkeit, einen Zeitzeugen real zu treffen und die persönliche Geschichte zu erfahren, ist gerade auch in diesen Zeiten etwas besonderes und kam bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an. So beschreibt es Philipp beispielsweise im Rückblick wie folgt: „Die Zeitzeugenveranstaltung war ein voller Erfolg, Thomas Raufeisen hat einen Spannungsbogen aufgebaut, der bis zum Ende nicht abbrach. Durch Vergleiche zu unserem heutigen System und Exkurse über generelle Zustände in der DDR blieb man stets dabei und wollte gebannt mehr erfahren. Zudem lieferte die Möglichkeit, jederzeit eine Frage zu stellen, eine gewisse Interaktion mit dem Zeitzeugen, die einen noch tiefer in seine Welt hat eintauchen lassen.“

Wir danken daher der Deutschen Gesellschaft e.G. sehr für die Ermöglichung, die Finanzierung und Durchführung der Veranstaltung sowie dem Moderator Alesch Mühlbauer, auch für seine Fotos.

(Verfasserin: M. Andres, 12/ 2021)

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