Ricarda-Huch-Schule
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Macht und Ohnmacht in Frankfurt - EIN SCHULPROJEKT DER RHS DREIEICH

Schülerinnen und Schüler der AG „Schule macht stark“ organisieren im Schuljahr 2018/19 eine Stadtbesichtigung ganz eigener Art. Mit S- und U-Bahn fahren wir gemeinsam zu eher unbekannten „Sehenswürdigkeiten“ der Main-Metropole. Es sind Kreuzungspunkte, an denen Menschen, Berufsgruppen, kulturelle Milieus, Arm und Reich, Lautes und Leises zusammenkommen und als Orte identifizierbar sind, an denen Lebenswirklichkeiten über Kreuz liegen. Es sollen unversöhnte, womöglich noch gar nicht wahrgenommene Stress- und Schmerzpunkte der Stadt hör- und sichtbar werden, Orte, denen eine besondere Aufmerksamkeit durch wache Zeitgenossen gut täte – auch über das Schulprojekt hinaus.

Ecce homo!“, so der Arbeitstitel des Projekts, will kritische Aufmerksamkeit durch außergewöhnliche Blickwinkel erzielen. Waren in den beiden zurückliegenden Schuljahren schulinterne Aktionen zur Förderung und Pflege der Kommunikationskultur (u.a. in Verbindung mit der Integrationsklasse) maßgeblich, richtet die AG ihre Aufmerksamkeit dieses Mal nach außen: Schule macht auch Menschen außerhalb des Schulbetriebs stark. Das fächerübergreifende Projekt verdichtet unterschwellige Konfliktszenarien der Frankfurter Stadtwirklichkeit, indem es sie in bestimmten „Einstellungen“ zeigt, in denen sie unter Umständen allererst sichtbar werden. Die Schülerinnen und Schüler nehmen durch genaueres Hinsehen und Hinhören oberflächlich verdeckte Aspekte komplexerer Lebenswirklichkeiten kritisch wahr, bearbeiten sie kritisch und zugleich künstlerisch (z.B. in Kooperation mit dem Kunstkurs des Jahrgangs 10) und heben sie so überhaupt erst öffentlich ins Bewusstsein. Schon die ersten Arbeitsschritte zeigen: Die Konfliktszenerien selbst, ihre Situationen, Personen und Gegenstände, treten akustisch und visuell hervor und setzen ihre eigene Klang- und Bilderwelt frei.

Ecce homo!“ initiiert Aufmerksamkeit in Form eines städtischen Kreuzweges. Eine solche ins Ästhetische gekehrte Alltagserkundung leisten von jeher die etablierten Religionen. Das Kreuz, zurzeit ohnehin ein politisch aktuelles Thema, ist ursprünglich ein Symbol leidenschaftlicher Aufmerksamkeit und Parteilichkeit für die Übersehenen und Überhörten dieser Welt. Von seinem Ursprung her ist das Kreuz Christi ein Alarm-Zeichen für öffentliche Ruhestörung und das von Mächtigen Gegeißelte und Ausgegrenzte. 

Deshalb setzen die Schülerinnen und Schüler der RHS mit ihrer sozialkünstlerischen Aktion selbst ein Zeichen.

Thematisch berücksichtigt werden:

  • Stadtbild: soziale Aspekte der Architektur und des Designs; (Stil-)Merkmale von Wohnorten
  • Nationalitätenfrage: Rituale der Selbstinszenierung ethnischer Gruppen
  • Multikulti: ästhetisch geprägte Situationen und Prozesse im Stadtleben
  • Arm und Reich: Antlitze als Medien der Selbstdarstellung und Körpersprache (Foto-Aktion)
  • Politszene: Dokumentation von Bekenntnissen der örtlichen Politprominenz

Kooperationspartner: Hessischer Rundfunk, hr info

Verantwortlich: Ludger Verst, AG-Leiter, Schul- und Krisenseelsorger, Fortbildungsbeauftragter des Bistums Mainz

Letzte Aktualisierung: September 2018

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